Weniger Frizz, mehr Sprungkraft und schöner Glanz für deine Locken – dank Pre-Poo-Routine!

Zuletzt aktualisiert am 06.08.2020 | Veröffentlicht am 17.03.2020

Was genau ist eine Pre-Poo Routine? Wie kannst du sie anwenden? Und warum hilft das dabei, mehr Feuchtigkeit im Haar zu behalten und dadurch Frizz vorzubeugen?

In diesem Artikel verrate ich es dir! Zuerst erkläre ich dir genau, was Pre-Poo bedeutet, warum jeder Lockenkopf eine Pre-Poo-Routine haben sollte und wie genau du sie in deine Lockenpflege einbaust.

Ok bereit?

Dann legen wir los!

Was bedeutet Pre-Poo? Hast du schon davon gehört? Ist der Begriff dir mal begegnet?

Mit Pre-Poo ist gemeint, dass du vor (= pre) dem Waschen mit Shampoo (= poo) oder auch Shampoo-Alternativen bestimmte Maßnahmen zum Schutz deiner Haare unternimmst.

Vielleicht denkst du jetzt folgendes:

„Ahhh…Moment mal Elisa, ich brauche so was gar nicht. Schließlich wasche ich meine Haare nur noch mit Spülung oder/und milden Low-Poo Lockenshampoos!“

Ist das so? Dann lese bitte trotzdem weiter – denn ich zeige dir gleich, warum auch du eine Pre-Poo Routine brauchst oder warum du diese zumindest einmal ausprobieren solltest.

Übrigens: Falls du gerade gar kein Plan hast, was ich damit meine, sich die Haare nur noch mit Spülung zu waschen oder was Low-Poo Shampoos sein sollen, dann findest du in folgenden Artikel mehr Infos dazu:

Zurück zur zentralen Frage:

Warum solltest du deine Locken beim Haarewaschen schützen, obwohl du doch schon super gute Produkte benutzt?

Ganz einfach: Eine Pre-Poo Routine schützt deine Haare nicht vor einem aggressiven Shampoo, sondern in erster Linie vor dem Wasser!

Hä?! Wie bitte?!

Wenn du mein kleines kostenloses E-Book gelesen hast weißt du bereits, das Wasser der Schlüssel ist um trockene Locken in geschmeidige Locken zu verwandeln.

Also ist Wasser doch gut für unsere Locken, oder etwa nicht?!

Damit du verstehst, warum es sinnvoll ist, die Haare vor dem Wasser zu schützen, erkläre ich dir erstmal kurz, was genau passiert, wenn du deine Haare nass machst:

Es ist Waschtag.

Du springst unter die Dusche, drehst den Wasserhahn auf und hältst deinen Kopf unter den Duschkopf. Dabei genießt du den lauwarmen Wasserstrahl und lässt für ein paar Minuten deine Haare das Wasser aufsaugen, bis diese vollständig nass sind.

In diesem Moment, in dem deine Haare das Wasser wie ein Schwamm aufsaugen, schwellen sie bis zu fünfzehn Prozent ihres Durchmessers an. Das bewirkt ganz alleine das Wasser. Denn bisher hast du weder ein Shampoo noch sonst etwas benutzt.

Und genau hier liegt das Problem.

Das Anschwellen deiner Haare hat einen bestimmten Effekt: Die Schuppenschicht öffnet sich (mehr). In diesem Zustand können die einzelnen Schuppen abbrechen. Warum ist das so? Sie bestehen aus empfindlichen Proteinen. Waschbewegungen, Wasserdruck oder das Entwirren der Haare mit den Fingern können sie zerstören.

Jede Berührung kann deinen Haaren schaden.

Das führt zu Proteinverlust und regelrechten Löchern in deinen Haaren.

Ein unglücklicher Kreislauf beginnt: Aufgrund des Proteinverlusts kann beim nächsten Waschtag das Wasser noch schneller in deine Haare eindringen, was zu einem noch stärkeren und schnelleren Anschwellen führt. Deine Haare werden dadurch immer poröser. Und je poröser deine Haare sind, desto schneller verlieren sie Feuchtigkeit.

Feuchtigkeitsmangel führt zwangsläufig zu trockenen Haaren und zu einer geringeren Elastizität. Deine Locken hängen sich schneller aus, sind stumpf, haben weniger Sprungkraft, mehr Frizz und können auch viel schneller brechen.

Der Teufelskreis dreht sich weiter: Um wieder Feuchtigkeit in die Haare zu bringen, musst du sie wieder nass machen, was wiederrum die Haare anschwellen lässt, die Schuppenschicht öffnet sich, Proteine gehen verloren – und so geht es endlos weiter.

Wasser kann also zu Feuchtigkeitsmangel führen.

Klingt ganz schön paradox, oder?

Schließlich ist Wasser = Feuchtigkeit.

Doch die Eigenschaft des Haares, Wasser aufzusaugen wie ein Schwamm und dadurch aufzuquellen, kann zu den geschilderten Problemen führen.

Und wenn das nicht schon genug wäre, kann das wiederholte Ab- und wieder Anschwellen der Haare zu Hygral Fatigue führen, was deine Haare auf Dauer wie ein Gummi ausleiert.

Also jetzt mal Klartext: Was hat das mit einer Pre-Poo Routine zu tun?

Ganz einfach: Eine Pre-Poo Routine kann dabei helfen, dass nicht so schnell Wasser in das Haar eindringt und das Haar folglich nicht so stark anschwillt. Dadurch öffnet sich die Schuppenschicht weniger und schützt das Haar besser. Der Feuchtigkeitsverlust ist geringer und die Locken bleiben elastischer.

Mehr Feuchtigkeit im Haar bedeutet mehr Glanz, Sprungkraft und weniger Frizz.

Ebenfalls schützt du dadurch besser deine Haare vor Hygral Fatigue.

Doch braucht jeder Lockenkopf eine Pre-Poo-Routine?

Grundsätzlich hat jede Haarstruktur in Verbindung mit dem Gebrauch von Wasser das Problem mit dem Anschwellen der Haare. Doch manche Strukturen haben damit mehr Probleme als andere: Hoch poröses Haar schwillt viel schneller an als gering poröses Haar. Das liegt daran, dass bei gering porösen Haaren die intakte Schuppenschicht das Wasser darin hindert, nicht so schnell ins Haar einzudringen.

Hast du mittel-hochporöses Haar, ist eine Pre-Poo Routine sehr wichtig, um die Haare beim Waschen zu schützen und dadurch nicht noch poröser werden zu lassen.

Aber auch wenn du gering poröses Haar hast, kannst du von so einer Routine profitieren. Dann handelt es sich um eine Vorsorgemaßnahme, um Schäden von vorherein zu vermeiden und deine Haare langfristig gesund zu halten.

Ausnahmefall: Wenn du möchtest, dass sich die Schuppenschicht deiner Haare mehr öffnet – um beispielsweise mehr Volumen und Griff zu bekommen. Jedoch sollte dir bewusst sein, dass du dadurch deine Locken dauerhaft schädigst.

Ok, nun habe ich dich hoffentlich davon überzeugt, eine Pre-Poo Routine auszuprobieren.

Wie genau sieht so eine Routine aus?

Es ist ganz einfach: Du nimmst etwas Öl, verreibst es zwischen deinen Händen, verteilst es auf deine trockenen Haare und lässt es für zwei bis zwölf Stunden einziehen, bevor du deine wieder Haare wäschst.

Das war es schon. Doch wie so oft, steckt der Teufel im Detail.

Denn leider kannst du nicht jedes Öl nehmen und auch die richtige Menge ist entscheidend, ob die Pre-Poo Routine tatsächlich etwas bringt oder sogar mehr schadet.

Warum soll Öl überhaupt helfen?

Öl ist wasserabweisend. Es lässt sich also nicht mit Wasser vermischen. Wenn Öl in deine Haare eingezogen ist, verhindert es durch seine wasserabweisende Eigenschaft, dass zu viel Wasser ins Haar eindringt. Dadurch schwillt das Haar weniger stark an.

Die Folge: Die Schuppenschicht öffnet sich weniger, Schäden beim Haarewaschen entstehen erst gar nicht, weniger Proteine gehen verloren und der Feuchtigkeitsverlust ist deutlich geringer.

Kannst du dafür jedes Öl nehmen?

Nein. Eben nicht. Da liegt die Krux.

Denn nicht jedes Öl kann gleich gut in die Haare eindringen. Wenn du das falsche Öl nimmst wird es lediglich auf dem Haar aufliegen und einen schmierigen Film hinterlassen, der wieder abgewaschen werden muss. Du brauchst dann sogar mehr Waschdurchgänge oder ein stärkeres Shampoo. Das Anschwellen der Haare wird trotz Öl fast genauso stark sein. Und durch die zusätzlichen Waschgänge schadest du deinen Haaren mehr als ihnen etwas Gutes zu tun.

Die Wahl des passenden Öles hängt mitunter von deiner Haarstruktur ab: Je feiner und weniger porös deine Haare sind, desto leichter sollte das Öl sein.

Welche Öle sind also geeignet?

Nach wissenschaftlichen Studien (z.B. Journal of Cosmetic Science, S. 169-184, 2001) dringt vor allem Kokosöl sehr gut ins Haar ein lässt das Haare weniger stark anschwellen und bewahrt es dadurch vor Schaden.

Doch nicht jedes Haar mag Kokosöl. Vor allem für feines oder/und gering poröses Haar kann es zu schwer sein.

Eine gute Idee: Du kannst das Kokosöl mit leichteren Ölen wie zum Beispiel Sonnenblumenöl vermischen.

Falls deine Haare überhaupt kein Kokosöl mögen, auch nicht im Mix mit anderen, kannst du Sonnenblumenöl, Olivenöl oder Avocadoöl probieren. Diese Öle ziehen ebenfalls gut ins Haar ein (Journal of Cosmetic Science, 283-295, 2005). Jedoch nicht so gut wie Kokosöl.

Welche Öle sind NICHT geeignet?

Alle Öle die sehr lange brauchen um einzuziehen oder gar nicht einziehen.

Das sind zum Beispiel: Jojobaöl, Mineralöl, Traubenkernöl, Brokkolisamenöl, Hanföl etc. Eine Übersicht findest du in diesem Artikel.

Hast du Bedenken, dass  deine Haare durch das Öl schmierig und fettig werden?

Es kommt darauf an. Du solltest zum einen das richtige Öl für deine Haarstruktur auswählen und zum anderen die richtige Menge.

Wenn du zu viel Öl ins Haar schmierst, kann nicht der Großteil ins Innere der Haare eindringen und du musst deine Haare mehrmals mit einem Low-Poo-Shampoo oder sogar mit einem Tiefenreinigungsshampoo waschen. Wenn das der Fall ist, war die Menge zu viel.

Ich persönlich nutze maximal ½ Teelöffel Ölmix aus Kokosöl und Sonnenblumenöl und verteile es im gesamten Haar. Meinen Fokus lege ich dabei auf die Haarspitzen und das Deckhaar.

Die Haare sollten nur einen leichten Ölfilm haben und sich nicht mega ölig anfühlen. Gleichzeitig  solltest du schon spüren, dass Öl im Haar ist. Wenn du nach der Einwirkzeit wenig bis keinerlei Öl mehr in den Haaren fühlst, waren die Menge und die Art des Öles perfekt.

Die richtige Menge musst du selbst herausfinden, denn je dicker, länger und mehr Haare du hast, desto mehr Öl kannst du nehmen. Ich würde dir raten, mit ½ Teelöffel anzufangen. Wenn deine Haare das Öl sofort aufgesaugt haben, ohne einen leichten Ölfilm zu hinterlassen, kannst du mehr Öl einarbeiten. Falls sie sich schon zu ölig und schmierig anfühlen oder du beim Waschen mehrmals ein Shampoo benutzen musst, nimmst du beim nächsten Mal weniger Öl.

So tastest du dich an deine ideale Menge heran.

Wie lange solltest du das Öl einziehen lassen?

Je länger desto besser.

Denn je mehr Zeit du dem Öl gibst, ins Haarinnere einzudringen, desto besser kann es deine Haare vor dem Wasser schützen.

Ich lasse zum Beispiel das Öl immer über Nacht einwirken, da ich morgens die Haare wasche. So komme ich auf eine Einwirkzeit von mindestens acht Stunden. Manchmal auch länger, wenn ich erst Mittags oder Nachmittags die Haare wasche.

Wenn du deine Locken abends wäschst, kannst du dir auch morgens oder die Nacht davor das Öl in die Haare einarbeiten. Dadurch, dass deine Haare nicht schmierig sein sollten, sondern nur leicht glänzen, kannst du damit wunderbar auch zur Arbeit, zur Schule oder in die Uni gehen.

Falls du mal nicht so viel Zeit hast, kannst du die Einwirkzeit auch mit Hilfe von Wärme etwas verkürzen. Durch die Wärme wird die Kapillarhaftung (= Benetzung des Öls auf dem Haar) zusätzlich verringert und das Öl kann schneller einziehen. Vor allem bei Sonneblumenöl und Kokosöl konnte das beobachtet werden (Journal of Cosmetic Science, S. 283-295, 2005).

Wie stark die Einwirkzeit tatsächlich verkürzt wird, hängt wieder von deinen Haaren und dem Öl ab. Falls du nur wenig Zeit hast, ist eine Ölkur mit Wärme definitiv die bessere Methode.

Ich habe am Anfang dafür diese Wärmehaube* benutzt. Leider ist sie für meine Kopfgröße 59 etwas zu klein. Kennst du vielleicht eine, welche für so große Dickschädel wie mich geeignet ist?

Du kannst aber auch ein Handtuch, welches du vorher auf der Heizung angewärmt hast, benutzen. So mache ich es jetzt.

Dafür eigenen sich sehr gut diese hier*. Vergiss dabei nicht, immer eine Duschhaube zum Schutz deiner Haare drunter zu ziehen. Ich benutze dafür eine Mehrweg-Duschhaube oder eine Schlafmütze aus Seide. Du kannst statt einem Handtuch auch ein T-Shirt aus Baumwolle nehmen. Darunter musst du dann auch nicht unbedingt eine Duschhaube aufziehen.

Gibt es Pre-Poo Alternativen zur Ölkur?

Oft wird auch empfohlen, die Haare vor dem Waschen mit Spülung einzuschmieren.

Die Spülung kann jedoch nicht verhindern, dass deine Haare anschwellen. Doch sie kann dein Haar vor zu starken Tensiden schützen – und das kann durchaus sinnvoll sein. Manche machen auch eine Ölkur und geben kurz vor dem Waschen (nicht über Nacht) noch die Spülung ins trockene oder nasse Haar.

Probiere verschiedene Varianten aus und finde heraus,  was für dich am besten funktioniert. Ich empfehle erstmal nur die Ölkur zu machen und dann evtl. später den Waschgang mit der Spülung im Vorfeld zu kombinieren.

Fazit

Eine Pre-Poo Routine hilft dir dabei, deine Haare vor Feuchtigkeitsverlust zu schützen. Wenn deine Haare gut mit Feuchtigkeit versorgt sind, haben sie weniger Frizz, bündeln sich leichter, haben mehr Sprungkraft und Glanz.

Ich persönlich merke einen deutlichen Unterschied, wenn vor dem Haarewaschen eine Ölkur mache. Im folgenden kurzen Handyvideo zeige ich dir das Ergebnis meines letzten Waschtags mit vorhergehender Pre-Poo Routine.

Du siehst: Es gibt viele gute Gründe, um eine Pre-Poo Routine in die eigene Lockenroutine einzubauen. Eine Ölkur mit Kokosöl ist als Pre-Poo Maßnahme am besten geeignet. Wenn deine Haare kein Kokosöl mögen, kannst du es mit anderen Ölen wie Sonnenblumenöl, Olivenöl oder Avocadoöl mischen oder komplett ersetzen.

Eine Ölkur ist einfach umzusetzen, günstig und erfordert nur ein bisschen Disziplin. Ich hoffe, dass du nach diesem Artikel den Mehrwert so einer Ölkur erkennst und diese auch mal ausprobierst.

Falls du dazu noch Fragen hast, dann schreib mir doch einfach unten einen Kommentar.

Und erzähle mir gerne von deinen Erfahrungen rund um das Thema Pre-Poo Routine – ich bin gespannt und freue mich darauf!

Dieser Artikel enthält Werbe-Links*. Mehr dazu liest du hier.
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Hi, ich bin Elisa


Chaotischer Lockenkopf, Haarfanatikerin und verliebt in Naturlocken.

Ich zeige dir, wie du erkennst was deine Locken wirklich brauchen und gebe dir jede Menge Tipps & Tricks für deine Haarpflege.

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