Proteine vs. Feuchtigkeit – Was brauchen deine Locken wirklich?

Zuletzt aktualisiert am 18.09.2019

Deine Locken brauchen Proteine und Feuchtigkeit.

Jedoch brauchen sie nicht unbedingt beides in der gleichen Menge und zur gleichen Zeit.

Ich habe Jahre gebraucht um herauszufinden, wie wichtig die richtige Balance von Proteinen und Feuchtigkeit für meine Lockenpflege ist.

Denn früher hatte ich nie darauf geachtet, ob meine Spülungen, Haarmasken usw. Proteine enthalten oder nicht.

Doch das war ein Fehler.

Zu viele Proteine lassen deine Haare trocken werden und leicht brechen. Aber Proteine geben deinen Locken wiederum Stabilität und Sprungkraft. Im richtigen Maß schützen Proteine sogar vor Haarbruch und Spliss.

Auch nur Feuchtigkeit ist problematisch. Denn zu viel davon, lässt deine Locken schlaff runter hängen und zu weich werden lassen. Zusätzlich verabschiedet sich das Volumen. Dennoch benötigst du ausreichend Feuchtigkeit, damit deine Locken biegsam sind und glänzen.

Daher solltest du darauf achten, das du beides im richtigen Maße in deine Lockenpflege integrierst.

Aber was gibt deinen Haaren überhaupt Feuchtigkeit?

Wasser, Wasser und nochmal Wasser.

Alles andere, wie z.B. Öle hilft nur dabei, das Wasser in deine Locken zu befördern und dort zu halten. Daher ist es auch völlig Hirnrissig und Geldverschwendung eine Haarmaske für mehr Feuchtigkeit auf trockenem Haar anzuwenden.

Und Proteine?

Deine Haare bestehen zu 80-90% aus Faserproteinen. Dabei handelt es sich zum Großteil um das sog. Keratin. Je dicker deine Haare sind desto höher ist der Anteil der Proteine in deinen Haaren. Das ist auch der Grund warum dickes Haar weniger Proteine von außen benötigt als z.B. feines Haar.

Ob ein Produkt proteinreich ist erkennst du daran, ob eines oder mehrere der folgenden Inhaltsstoffe enthalten sind:

  • collagen
  • keratin
  • rice protein
  • silk protein
  • soy protein
  • wheat protein
  • silk amino acids
  • milk
  • blue green algae
  • Oat extract

Je weiter vorne oder je mehr diese Stoffe in der Liste stehen, desto proteinreicher ist das Produkt.

Als Faustregel gilt:

Wenn das Produkt keine Proteine enthält, dann ist es für Feuchtigkeit.

Zusätzlich kann auch die Beschreibung ein Indiz sein. Also wenn so etwas wie reparierend, aufbauend oder regenerierend etc. auf dem Label steht, kann es sein, das Proteine enthalten sind.

So nun weißt du warum Feuchtigkeit und Proteine so wichtig sind und wie du sie deinen Locken zuführen kannst.

Doch woran kannst du erkennen, was deine Locken gerade benötigen?

Du merkst es vor allem am Zustand deiner Haare. Nimm also deine Haare in die Hand und prüfe ob die folgenden Merkmale auf sie zutreffen:

  • Sie fühlen sich trocken & strohig an
  • Sie sind glanzlos und stumpf
  • Sie haben viel Frizz
  • Brechen schnell ab
  • Sind nicht elastisch
  • Es gibt ein knisterndes Geräusch wenn du die Haare zwischen den Fingern reibst

Falls das auf deine Haare zutrifft, brauchen deine Haare Feuchtigkeit.

Nach tausenden Mails von Leser*innen, kann ich behaupten das mind. 90% der Lockenköpfe vor allem Feuchtigkeit brauchen.

Das liegt oft an der jahrelangen falschen Pflege und dem mangelnden Wissen, wie wir unseren Haaren Feuchtigkeit zuführen können.

Doch wenn du es mit der Feuchtigkeit übertreibst kann es passieren, das die Haare überpflegt sind und dann benötigen zum einen weniger Pflege und zum anderen kannst du mehr Proteine hinzufügen.

Ob deine Haare überpflegt sind, kannst du an den folgenden Anzeichen erkennen:

  • Sie fühlen sich extrem weich an
  • Deine Locken hängen sich schnell aus
  • es fehlt Volumen
  • Du hast extrem viel Build-up (da hilft jedoch keine Proteine, sondern lediglich eine gute Reinigung und weniger reichhaltige Pflege)

Es gibt auch Haarstrukturen die besonders viele Proteine in der Lockenpflege vertragen.

Hast du beispielsweise feines Haar, können Proteine dir helfen die nötige Stabilität zu bekommen. Deine feinen Haare werden weniger brechen und nicht mehr so anfällig für Spliss sein.

Dickes Haar hingegen hat von Natur aus, sehr viel eigen Protein und benötigt daher weniger Proteine in der Haarpflege.

Ebenfalls spielt auch die Porosität deiner Haare eine Rolle.

Je poröser deine Haare sind, desto mehr Proteine sollten in deiner Pflege sein. Je geringer hingegen, desto weniger Proteine brauchen deine Locken.

Aber warum braucht poröses Haar mehr Proteine?

Das liegt daran, dass poröses Haar durch Sonne, Hitze, Blondierung usw. so geschädigt wurde, dass die Faserschicht des Haares angegriffen ist.

Um die Faserschicht zu „reparieren“ kannst du Proteine benutzen. Sie werden für eine Zeit die zerstörten Bereiche in deinen Haaren füllen und dafür sorgen, dass es wieder stabil ist. Zumindest solange bis die Proteine wieder ausgewaschen sind.

Zusätzlich hat poröses Haar durch die kaputte Schuppenschicht auch einen hohen Feuchtigkeitsmangel.

Falls du also poröses Haar hast, benötigen deine Locken sowohl viel Feuchtigkeit als auch viele Proteine.

Dann musst du entweder beides gleichzeitig zuführen oder du setzt als erstes auf Feuchtigkeit für ca. 1-2 Wochen und fügst dann Proteine hinzu. Hier musst du ausprobieren was für dich am besten funktioniert.

Wenn du jedoch nicht weißt ob deine Locken dünn, dick oder porös sind, dann empfehle ich dir folgenden Artikel:

Naturlocken pflegen – 5 Dinge die du unbedingt wissen musst.

Wenn deine Haare Proteine benötigen, dann achte bitte darauf, dass nicht jedes Produkt was du benutzt Proteine enthält.

Diesen Fehler habe ich gemacht, da ich feines und hochpröses Haar habe. Meine Locken haben nach Proteinen geschrien und dann dachte ich ok, viel hilft viel. In jedem meiner Produkte war Proteine drin und eine Zeit lang hat das auch super funktioniert. Bis es zu viel wurde und meine Haare einen Proteinschock hatten.

Daher empfehle ich dir sowohl Produkte für nur Feuchtigkeit zu besitze, als auch welche für Proteine.

Es gibt auch einen einfachen Test, mit dem du prüfen kannst, ob deine Haare im Moment mehr Feuchtigkeit oder mehr Proteine benötigen.

Reißtest:

Wenn du unter der Dusche stehst und deine Haare frisch gewaschen und komplett nass sind, nimmst du ein Haar und versuchst es in die Länge zu ziehen.

  • Falls es sehr schnell reißt, benötigt dein Haar Feuchtigkeit.
  • Falls es sich dehnen lässt und wieder in den Ursprungszustand zurückkehrt, hast du die richtige Balance erreicht.
  • Falls es sich endlos weit ziehen lässt und nicht wieder in den ursprünglichen Zustand zurückkehrt, dann hat dein Haar zu viel Feuchtigkeit und benötigt Proteine.

Dabei musst du zu Beginn ein bisschen üben, da du nicht zu stark reißen darfst. Mit der Zeit wirst du jedoch den Dreh raus haben :-).

Irgendwann wirst du auch automatisch merken, ob deine Haare im Moment mehr Feuchtigkeit oder mehr Proteine brauchen. 

Fazit

Es ist nicht so einfach die richtige Balance zwischen Feuchtigkeit und Proteinen zu finden.

Das richtige Maß, kannst nur du selbst herausfinden. Denn jeder Lockenkopf ist einzigartig.

Ich persönlich habe mittlerweile sehr viele Produkte die nur Feuchtigkeit spenden und benutze je nach Bedarf ein proteinreiches Produkt oder mache eine Gelantinekur.

Das kann bei dir jedoch anders sein, jedoch solltest du immer auch mind. ein Produkt besitzen welches nur Feuchtigkeit spendet um einen Proteinschock wieder auszugleichen.

Sind deine Locken in Balance oder brauchen sie mehr Proteine oder mehr Feuchtigkeit?

Hi, ich bin Elisa


Chaotischer Lockenkopf, Haarfanatikerin und verliebt in Naturlocken.

Ich zeige dir, wie du erkennst was deine Locken wirklich brauchen und gebe dir jede Menge Tipps & Tricks für deine Haarpflege.

Rocke deine Locken!

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