Leinsamengel – Das natürlichste und günstigste Haargel für deine Locken.

Zuletzt aktualisiert am 02.04.2020 | Veröffentlicht am 03.06.2018

Leinsamengel ist mein neues Lieblingshaargel.

Kennste nicht?

Zu Unrecht. Denn Leinsamengel hat durchaus das Potenzial zum perfekten Lockengel.

  • Es ist 100% natürlich. 
  • Es ist unschlagbar günstig.
  • Es ist kinderleicht hergestellt.
  • Es bekämpft effektiv Frizz.
  • Es hilft die Locken zu definieren.

Toll oder?

Vor allem musst du dir keine Gedanken machen wo du es kaufen kannst. Leinsamen findest du überall in Deutschland.

Was überhaupt ist dieses Leinsamengel?

Leinsamen enthalten Schleimstoffe welche in Verbindung mit Wasser aufquellen. Diese Stoffe bewirken das wir aus Leinsamen ein Gel für unsere Haare herstellen können.

Doch was macht dieses Leinsamengel so besonders?

Leinsamengel ist ein ganz natürlicher Befeuchter (engl. Humectant) und Filmbildner.

Das perfekte Anti Frizz Haargel, welches die Sprungkraft deiner Locken und Wellen verstärkt und sie zum Gänzen bringt. Leinsamengel gibt deinen Haaren viel Feuchtigkeit, da es zum Großteil aus Wasser besteht.

Das Leinsamengel eignet sich hervorragend als Haargel vor allem für feines und/oder gering poröses Haar. Denn es ist sehr schwer Leinsamengel über zu dosieren. Aber auch wenn du dickes oder hochporöses Haar hast, solltest du das Gel unbedingt mal austesten.

Was benötige ich um Leinsamen Haargel herzustellen?

 

Zubehör was du zum Leinsamegel herstellen benötigst

Du kannst Leinsamengel ganz einfach selber machen.

Du brauchst lediglich Schüssel, Topf, feines Küchensieb, Wasser und ganze Leinsamen in BIO Qualität.

Punkt.

Ok auch einen Herd. Aber mehr nicht.

Wenn du sehr hartes bzw. kalkhaltiges Wasser zu Hause hast, solltest du destilliertes Wasser benutzen. Das kannst du so gut wie in jeder Drogerie kaufen. Oder du nimmst mineralarmes stilles Wasser aus der Flasche. Ich nehme meistens das Black Forest still.

So nun geht es ans Eingemachte.

Leinsamengel Zutaten:

  • 30g ganze Leinsamen* (plastikfrei verpackt)
  • 250ml mineralarmes stilles Wasser 
  • pH-Teststreifen*
  • evtl. 3-4 Tropfen Zitronensaft/Essig

Leinsamengel Anleitung:

Nimm einen Topf und gibt die Leinsamen hinein. Danach kippst du das Wasser hinterher. Die Leinsamen liegen jetzt am Boden.

Schalte die Herdplatte auf höhste Stufe und warte bis die Mischung kocht. Sobald es anfängt zu kochen, schaltest du auf niedrige Hitze und rührst ein paar Mal um.

Jetzt musst du regelmäßig die Konsistenz überprüfen. Denn wenn du die Mischung zu lange kochen lässt, bekommst du es nachher nur noch sehr schwer durch das Sieb gedrückt.

Ich koche das Gemisch ca. 3-4 Minuten.

Leinsamengel test

Wenn das Wasser von dem Löffel Fäden zieht, ist das Gel fertig. Auch liegen jetzt die Leinsamen nicht mehr auf dem Boden sondern schwimmen im Wasser. Jetzt kippst du es direkt durch ein Sieb in eine Schüssel. Wahrscheinlich musst du nochmal mit einen Löffel den Rest durchs Sieb drücken.

Leinsamengel umfüllen

Das Gel ist perfekt wenn es die Konsistenz von Eiweiß hat.

Am besten wäschst du danach sofort den Topf ab, sonst wird es später schwierig die restlichen Leinsamen zu entfernen.

Extra Tipp: Die Leinsamen im Sieb kannst du im Kühlschrank aufbewahren und bis zu dreimal wiederverwenden. Einfach mit Wasser aufkochen und wieder durchs Sieb gießen.

Bevor du das Gel abfüllst, solltest du noch den pH-Wert mit solchen Teststreifen* überprüfen. Das Gel sollte einen leicht sauren Wert (4,5-5,5), ähnlich wie deine Haare, aufweisen.

Bei mir hatte das Gel jedoch einen zu basischen pH-Wert (6,0-6,5). Ich habe dann einfach 4 Tropfen Zitronensaft hinzugefügt und danach war der Wert perfekt.

Um das Gel besser aufzubewahren, füllst du es einfach in ein Gefäß mit Deckel. Ich habe dafür ein altes Honigglas genommen.

Leinsamengel fertig

Update März 2020: Mittlerweile fülle ich das Leinsamengel in eine goToob Flasche*. Damit kann ich besser die Menge dosieren und mir flutscht nicht das halbe Gel in den Abfluss.

Fertig!

Einfach oder? Dauert insgesamt keine 10 Minuten.

Bevor du es jedoch benutzen kannst, solltest du das Gel etwas abkühlen lassen.

Danach muss das Gel im Kühlschrank aufbewahrt werden. Dort hält sich das Leinsamengel ca. ein bis zwei Wochen. Ungekühlt hält es sich max. ein bis drei Tage. Wenn es säuerlich riecht oder komisch aussieht, ist es gekippt und du solltest es nicht mehr benutzen.

Wenn du das Rezept verdoppelst, kannst du die Hälfte auch einfrieren und beim nächsten Mal einfach auftauen.

Wie wendest du es jetzt an?

Leinsamengel Anwendung:

Du benutzt dieses Gel nach dem du deine Haare gewaschen hast, eine Kur oder Spülung und evtl. eine Leave-In Spülung verwendet hast.

Nimm ein bisschen Gel in die Hand und verteile es in deinen Händen. Danach streichst du es ins tropfnasse Haar ein. Das wiederholst du solange bis du das Gel auf dem gesamten Kopf verteilt hast. Ja es ist flutschig und dabei geht schon etwas in den Abfluss. Für mich aber nicht schlimm, da dieses Gel so günstig ist und mir die Menge locker reicht.

Ich nehme von dem Gel insgesamt schon eine ordentliche Menge. Da es so leicht ist, kannst du es schwer überdosieren.

Deine Haare sollten sich überall wie Seetang anfühlen.

Also so glibschig.

Du kannst jetzt ein Haargel für stärkeren Halt drüber geben. Jedoch würde ich dir raten beim ersten Mal das Gel ohne irgendwelche anderen Produkte zu testen. Dann erst kannst du sehen, was dieses Gel deinen Haaren bringt.

Wenn du alles verteilt hast, knetest du die Haare von unten nach oben.

Ich habe nachdem ich das Gel überall verteilt habe, meine Haare mit meiner Denman Brush* durchgebürstet. Sie macht bei mir einfach schöne definierte Locken. Du kannst hier auch einen grob-zinkigen Kamm benutzen oder/und die Praying Hands Methode anwenden.

Entweder lässt du jetzt deine Haare an der Luft trocknen oder föhnst sie mit einem Diffuser. Fasse dabei deine Haare nicht an bis sie zu 100% trocken sind. Sonst entsteht Frizz.

Wenn du Leinsamengel übrig hast, kannst du das einfach wieder in den Kühlschrank stellen und die nächsten Tage deine Locken damit auffrischen, oder du frierst es für später ein.

Der Gelcast

Nach dem Trocknen: der Schock!

„Oh mein Gott meine Haare sind hart! Was ein Scheiß.“

Beim Trocknen kann es sein, dass das Gel hart wird. Genau das nennt man in der Lockenwelt Gelcast. Bei mir passiert das immer ganz extrem.

Hallo Monster-Cast!

Keine Sorge!

Das ist gar kein Problem.

Dieser Gelcast schützt deine Locken vor Umwelteinflüssen und sorgt dafür das sich kein Frizz bildet. Es sieht nur blöd aus wenn nach drei Stunden trocknen, die Haare immer noch aussehen als ob sie nass sind.

Wenn deine Locken komplett trocken sind, dann kannst du diesen Cast vorsichtig auskneten.

Du kannst dafür ein bis zwei Tropfen Öl benutzen. Das verteilst du in deinen Händen und knetest deine Locken von unten nach oben. Ich nehme dafür immer Brokkolisamenöl*, da es so schön leicht ist.

 

Strähne Vergleich mit und ohne Gelcast Leinsamengel

An dem Bild siehst du den krassen Unterschied.

Wenn der Cast komplett ausgeknetet ist, sollten sich deine Haare weich und geschmeidig anfühlen.

 Leinsamengel_ausgeknetet

Im Übrigen nennt man das auskneten des Gelcast in der Lockenwelt „Scrunch out the Crunch“ Was so viel bedeutet wie, knete den Cast aus.

Als Vergleich nochmal ein Vorher- Nachher Bild. Dazwischen liegen vielleicht 2 Minuten.

Leinsamengel SOTC

Sieht schon krass aus oder?

Manche Lockenköpfe haben Angst, dass der Cast nicht komplett verschwindet. Bei Leinsamengel hatte ich dieses Problem noch nie. Falls du trotzdem zweifelst, kannst du das Leinsamengel auch erstmal nur an einer Haarsträhne testen.

Ist Leisamengel also das perfekte Gel für jeden Lockenkopf?

Nein.

Das ist es nicht. Denn das Leinsamengel hat auch Nachteile:

  • kurze Haltbarkeit
  • muss durchgehend gekühlt werden
  • gibt nicht so viel Halt

Diese Nachteile lassen sich jedoch durch Extra Zutaten weitestgehend ausmerzen. Jedoch bevorzuge ich auf Reisen ein gekauftes Gel, wie zum Beispiel das Kinky Curly Curling Custard*, um meine Naturlocken zu stylen. Dann bin ich bzgl. der Haltbarkeit einfach auf der sicheren Seite.

Wenn du das Basisrezept getestet hast und es bei dir funktioniert, dann kannst du auch ein bisschen experimentieren.

Also mit was kannst du dein Leinsamengel pimpen?

So gut wie mit allem.

Da ich aber wenig davon halte, wild irgendwelche Zutaten zu mischen, solltest du dir schon Gedanken machen, was du mit diesen Extras erreichen möchtest.

Mehr Feuchtigkeit? Mehr Halt? Mehr Geschmeidigkeit? Bessere Haltbarkeit? Bessere Konsistenz?

Daher teste immer eins nach dem anderen. Denn viele Stoffe haben auch Wechselwirkungen und können sich positiv aber auch negativ gegenseitig beeinflussen.

Also mit den folgenden Zutaten kannst du dein Leinsamengel an deine Bedürfnisse anpassen:

Leinsamengel Zusätze:

Für mehr Halt

  • Honig (nicht bei hoher Luftfeuchtigkeit)
  • Agaven Nektar (nicht bei hoher Luftfeuchtigkeit)
  • Gummi arabicum

Für mehr Feuchtigkeit:

Zum Versiegeln der Feuchtigkeit:

Für eine bessere Haltbarkeit:

Für eine bessere Konsistenz:

Für einen besseren Duft:

  • Ätherische Öle (z.B. Jasmin, Lavendel, Zitrone)

Aber denke immer daran. Teste eine Zutat nach der anderen und nicht alle auf einmal. So wird das Ergebnis nicht verfälscht und du hast eine bessere Kontrolle.

Fazit

Manchmal wenn mir eine Sache zu einfach erscheint, werde ich skeptisch.

„Ach bis das wirklich was bringt muss ich bestimmt tausend verschiedene Sachen reinkippen. Das Basisrezept ist bestimmt fürn Po…“

Das waren meine Gedanken. Anstatt es einfach mal auszuprobieren, habe ich es jahrelang auf die lange Bank geschoben. Ich will gar nicht darüber nachdenken wie viel Geld ich in der Zeit in verschiedene Gels investiert habe. Mehrere 100€ kommen da sicher zusammen.

Also mein Appell an dich. Probiere dieses Wundergel unbedingt aus!

Warte nicht so lange wie ich.

Vor allem das Basisrezept hat es bereits in sich. Also teste erstmal das. Denn dann sieht du genau welche Vorteile dir dieses Gel bringt und wie du es für deine Bedürfnisse modifizieren kannst.

Ich habe bei den Bildern auch nur das Basisrezept benutzt. Ich benutze es fast immer nur so und kombiniere es gerne mit einem Stylingprodukt, wie zum Beispiel Kinky Curly Custard* oder das Suncoat Mousse*, für mehr Halt.

Wenn du wider erwartend das Leinsamengel überhaupt nicht magst, hast du kein Geld verschwendet. Schließlich sind Leinsamen ein Superfood. Daher kannst du es auch prima einfach in der Küche weiter verwenden. Oder du verwendest das Leinsamengel als Feuchtigspflege für deine Haut. Oder als Pflege gegen Sonnenbrand.

Und falls du mal keine Lust hast, deine Pflege selbst herzustellen oder in den Urlaub fährst, dann kann dir mein E-Book „Lockenpflege mit Köpfchen – Finde in nur 6 Schritten deine idealen Pflegeprodukte“ bei der Suche helfen, die perfekten Produkte für deine Locken zu finden.

Dieser Artikel enthält Werbe-Links*. Mehr dazu liest du hier.

Hi, ich bin Elisa


Chaotischer Lockenkopf, Haarfanatikerin und verliebt in Naturlocken.

Ich zeige dir, wie du erkennst was deine Locken wirklich brauchen und gebe dir jede Menge Tipps & Tricks für deine Haarpflege.

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