Warum Haarseife deine Locken kaputt macht.

Zuletzt aktualisiert am 23.08.2019

Das Haare waschen mit Seife ist beliebt, günstig und natürlich.

Du sparst mit Haarseife die blöde Plastikverpackung und auch auf Reisen ist sie super praktisch, da du sie mit ins Handgepäck nehmen kannst und dazu noch sehr ergiebig ist.

Genau aus diesen Gründen habe ich früher meine Locken regelmäßig mit Haarseife gewaschen. Ich war völlig begeistert und ein großer Fan. Endlich eine vernünftige Alternative zu den Shampoos voller schädlicher Inhaltsstoffe.

Doch was ist Seife überhaupt?

Seife gibt es schon seit mehr als 4500 Jahren. Sowohl im alten Ägypten als auch im römischen Reich hat man sich schon die Haare und den Körper mit Seife gewaschen. Seife besteht aus Ölen oder Fetten (z.B. Kokosöl). Die Fette und/oder Öle werden mit einer Lauge (z.B. Natron) gekocht und dadurch entsteht Seife. Diesen chemischen Prozess nennt man Seifensieden oder auch Verseifung.

Doch als Hans Schwarzkopf im Jahr 1903 das Shampoo erfunden hat, wurde die Seife aus der Körperpflege verdrängt (im Übrigen genau aus den Gründen, die ich dir weiter unten erkläre).

Nun seit ein paar Jahren ist die Seife zurück auf dem Spielfeld. Denn der Trend geht zu Zero Waste, natürlichen Inhaltsstoffen und bewussterem Einkaufen.

Was ist der Unterschied von Haarseife zu normaler Seife?

Grundsätzlich kannst du jede Seife für den Körper oder die Haare verwenden. Bei Haarseife werden jedoch vorwiegend Öle verwendet, die als besonders Haarpflegend gelten, wie zum Beispiel Mandel- oder Avocadoöl.

Ein Unterschied ist auch die Überfettung, also der Prozentsatz der Fette und Öle, welche im Herstellungsprozess nicht zu Seife umgewandelt wurde, sondern zur Pflege von Haut und Haaren zur Verfügung steht. Die Überfettung ist also höher als bei Seifen für den Körper. Typisch ist eine Überfettung bei Haarseife von 5-9%.

Aber wieso soll die Haarseife jetzt schädlich sein?

Ich habe vor 5 Jahren regelmäßig Haarseife benutzt und habe meine Locken dadurch mehr geschadet als genutzt. Ich habe komische strähnige Haare bekommen. Ganz schlimm war es auf einer Reise nach Asien, wo das Duschwasser sehr Salzhaltig war. Aber auch daheim, hatte ich immer so einen seltsames Gefühl in den Haaren. Ich habe übrigens relativ kalkhaltiges Wasser zu Hause. Nach einer Weile wusste ich, dass ich das ich nach dem Haare waschen mit Seife eine Essigrinse (1EL Essig +1 Liter Wasser) machen muss. Doch davon wurden meine Haare mega trocken.

Bei meinen Problemen glaubte ich nicht, dass es an der Seife an sich lag, sondern dachte, das ich nur noch nicht die richtige Seife gefunden hatte. Schließlich ist Haarseife doch so natürlich und kann auf keinen Fall schlechter als Shampoo sein.

Doch leider lag ich falsch.

Seife ist nicht das Allheilmittel zum Haare waschen. Leider. Sie hat einige Nachteile und kann, wie in meinem Fall, die Haare sogar schädigen. Es ist wie mit allem im Leben. Jede Medaille hat immer zwei Seiten.

Und ich zeige dir heute 3 Gründe warum Seife deinen Haaren mehr schaden kann, als nutzt.

Haarseife trocknet aus

Seife ist ein waschaktives Tensid. Vergleichbar mit den Tensiden im Shampoo. Das Tensid, welches durch die Verseifung entsteht, ist anionisch und sehr stark reinigend. Auch Sulfate sind anionische Tenside, welche unsere Haare austrocknen. Wenn du die Curly Girl Methode folgst und Sulfate in deiner Lockenpflege vermeidest, solltest du folglich auch Seife meiden.

Es wird versucht die austrocknende Wirkung von Seifen, durch Überfettung abzumildern. Dadurch wird die Seife zwar milder jedoch kann durch den hohen Öl-Anteil auch schneller Build-up (=Produktanlagerungen auf dem Haar) entstehen. Das wäre im Übrigen das selbe, wenn man bei einem Shampoo welches Sulfate enthält, einfach den Öl Anteil erhöht. Das Shampoo wird insgesamt milder aber die Gefahr höher, das sich das Öl anlagert.

Mit milden Tensiden in Shampoos, ist die Gefahr viel geringer das deine Locken austrocknen und auch es gibt auch kein Build-up Risiko.

Haarseife fördert Haarbruch

Haarseife hat einen basischen pH-Wert von 9-10 und lässt dadurch das Haar aufquellen. Das führt dazu, dass sich die Schuppenschicht öffnet und deine Locken sich strohig und rau anfühlen. Vielleicht schätzt du diese Eigenschaft sogar, da deine Haare dadurch auch mehr Griff und Volumen haben. Doch diese offene Schuppenschicht führt auf Dauer zu hochporösem und kaputtem Haaren. 

Um diese Schäden zu verhindern, muss das Haar nach der Benutzung mit Seife wieder abschwellen. Das erreichst du mit sauren Spülungen oder mit einer Essigrinse (1 EL Essig + 1 Liter Wasser).

Leider ist damit nicht alles gut. Der saure pH-Wert von 2-3 kann deinen Haaren ebenfalls schaden. Manche Haare trocknen dadurch auch aus. Aber auch dieses starke An- und Abschwellen der Haare kann zu Problemen und Haarschäden führen, vor allem bei feinen und/oder porösen Haaren.

Bei Shampoos liegt der pH-Wert meistens bei 6. Das lässt deine Haare nicht anschwellen und wenn dann auch nur wenig. Vor allem im Vergleich zu Haarseife. Daher ist nach einem Shampoo auch keine Essigrinse nötig.

Haarseife führt zu Build-up

Nicht nur die Öle bei der Überfettung können zu Build-up führen.

Auch wenn du hartes Wasser zu Hause hast, kann es zu Build-up vom Kalk, der sogenannten Kalkschmiere, kommen. Die Mineralien im harten Wasser verbinden sich mit der Seife und legen sich wie ein grauer Schleier um deine Haare.

Wenn du zu Hause mit Kalkablagerungen im Wasserkocher oder auf Badarmaturen zu kämpfen hast, dann weißt du wie die Kalkschmiere in deinen Haaren aussehen kann. Nicht so geil oder? Essig und Zitronensaft entfernt nicht nur die Kalkablagerungen von deinem Wasserhahn, sondern auch aus deinen Haaren.

Um diese Kalkschmiere wieder zu entfernen, kannst du nach dem waschen mit Seife wieder eine Essigrinse machen. Mit den bekannten Nachteilen.

Fazit

Haarseife ist günstig, umweltfreundlich, natürlich und praktisch. Leider ist sie aber auch stark reinigend, trocknet dadurch aus, oder führt zu Build-up und kann deine Locken porös machen. Die Nachteile überwiegen für mich ganz klar und daher kann ich Haarseife für uns Lockenköpfe nicht pauschal empfehlen.

Doch jedes Haar ist individuell. Falls du super mit Haarseife zurecht kommst oder sie immer noch probieren möchtest, dann mach das. Mir ist es nur wichtig, dass du alle Informationen kennst, damit du eine bewusste Entscheidung treffen kannst. 

Als verpackungsfreie Alternative, kann ich feste Shampoos bzw. Shampoobars empfehlen, welche aus milden Tensiden hergestellt werden. Diese haben keinen basischen ph-Wert, lassen dadurch deine Haare auch nicht anschwellen und du brauchst danach auch keine Essigrinse. Außerdem kommen sie ohne Plastikverpackung aus und sind damit genauso praktisch. Ob sie umweltfreundlich und natürlich sind, hängt jedoch wieder von den Inhaltsstoffen der Shampoobars ab.

Ich habe bereits die festen Shampoo von Lamazunas wilde Kräuter*, Vanille-Kokos* und den Duschbrocken ausprobiert und war sehr zufrieden. Du findest auch in dieser Produktübersicht ein paar andere Shampoobars.

Deine Meinung interessiert mich:

Wie sind deine Erfahrungen mit Haarseife? Kommst du vielleicht sogar sehr gut mit Seife zurecht? Hinterlass mir doch einfach einen Kommentar.

Dieser Artikel enthält Werbe-Links* von Amazon oder/und Ecco-Verde. Mehr dazu liest du hier.

Hi, ich bin Elisa


Chaotischer Lockenkopf, Haarfanatikerin und verliebt in Naturlocken.

Ich zeige dir, wie du erkennst was deine Locken wirklich brauchen und gebe dir jede Menge Tipps & Tricks für deine Haarpflege.

"Locken sind kein Trend, sondern ein Lebensstil."

Lorraine Massey

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