Moisture Overload – was zu viel Pflege unseren Locken antut

von | Mrz 27, 2023 | Lockenpflege | 0 Kommentare

Sicher hast du auf deiner Lockenreise schon einmal gehört, dass Locken sowohl Feuchtigkeit als auch Proteine benötigen. Die perfekte Balance zu finden, kann eine Herausforderung sein. Lange habe ich die Regel ignoriert, vor ein paar Monaten dann aber die Quittung bekommen.

Ich habe gering poröse Haare, die dick sind und vor allem feuchtigkeitsliebend. Ich war davon überzeugt, dass ich reichhaltige Produkte benötige mit viel Shea Butter und ohne Proteine. Da mir schon in der Kindheit von allen Friseuren gesagt wurde, dass meine Haare zu trocken sind, hat sich das so sehr eingeprägt, dass ich überzeugt war, zu viel Feuchtigkeit kann es für mich nicht geben. Nach ein paar Monaten intensiver Feuchtigkeits-Haarmasken und reichhaltigen Conditionern war das Ergebnis aber alles andere als zufriedenstellend und meine Haare waren nur noch frizzy, weich und meine Locken hingen schlaff nach unten. Gerade mein Pony kam mit dem Moisture Overload nicht zurecht und hing mir schon nach ein paar Wochen schlaff ins Gesicht.

Ich erkannte , dass ich es mit der Feuchtigkeit übertrieben hatte und etwas tun muss, um dem Desaster ein Ende zu setzen.

Meine bisherige Routine

Glücklicherweise gehöre ich zu den Lockenköpfen, die nicht viel Aufwand betreiben müssen, um schöne Locken zu bekommen. Meine 3C-Locken bilden sich von Natur aus. Finger Coiling und Gel für besseren Halt benötige ich nicht. Meine Routine besteht aus Waschen mit einem milden (festen) Shampoo, Entwirren mit einem Conditioner und anschließend einem Leave-In. Ein Gel benutze ich oft nur an den Refresh-Tagen. Meinen Pony kämme ich einmal mit meiner Denman Brush für eine schöne Bündelung, aber auch hier muss ich sonst nichts weiter tun damit sie sich locken.

Um wieder schöne, gesunde Locken zu bekommen, habe ich mir zwei Marken ausgesucht, GYADA und Rulls, diese ausgiebig getestet und meine Ergebnisse dokumentiert.

Sowohl die ausgesuchten Produkte von GYADA als auch die von Rulls sind leicht und mit wenig Proteinen. Als Protein-Neuling wollte ich erst einmal sanft einsteigen und beobachten, wie sich meine Locken verhalten.

Meine Erfahrung mit GYADA Cosmetics

Wer ist GYADA Cosmetics?

GYADA Cosmetics ist eine italienische Naturkosmetikmarke, die neben synthetischen Inhaltsstoffen auch auf tierische Inhaltsstoffe verzichtet. Pflanzen- und Bio-Extrakte bilden die Basis aller Produkte.

Ich habe mich beim Onlineshop Ecco Verde für die Produktreihe mit Spirulina entschieden. Die Spirulina-Alge ist reich an Vitaminen, Mineralsalzen, Aminosäuren und Spurenelementen und trägt dazu bei, die Haare zu remineralisieren und gesund zu halten. Dazu kommen weitere proteinhaltige Inhaltsstoffe wie Weizen- und Sojaproteine.

Die Reihe besteht aus 8 verschiedenen Produkten, die zusammen, laut Marketingversprechen, eine ideal abgestimmte Routine für brüchige, dünner werdende Haare ergeben. Da ich eine komplett andere Haarstruktur habe, habe ich mir 5 davon ausgesucht und in unterschiedlichen Konstellationen getestet:

  • GYADA Cosmetics stärkendes Shampoo mit Spirulina
  • GYADA Cosmetics stärkendes Co-Wash Peeling mit Spirulina
  • GYADA Cosmetics stärkender Conditioner mit Spirulina
  • GYADA Cosmetics stärkende Styling Creme mit Spirulina
  • GYADA Cosmetics stärkendes Haar Gel mit Spirulina und Aloe

Die zu der Serie gehörige Haarpackung, den Hitzeschutz und das Haarserum habe ich nicht getestet, da ich diese Produkte bisher wenig bis gar nicht benutzt habe und ich den Vergleich mit meiner bisherigen Routine haben wollte.

Waschtag – GYADA Shampoo, Conditioner & Leave-In

Nachdem ich meine Haare unter der Dusche komplett nass gemacht hatte, habe ich mit dem Shampoo begonnen meine Kopfhaut 1 – 2 Minuten mithilfe einer Massagebürste einzumassieren.  Die Längen habe ich ausgespart. Nach dem Ausspülen habe ich den Conditioner in die Längen gegeben und meine Locken entwirrt mit einem groben Kamm. Nachdem ich alle Knötchen entfernt hatte, habe ich alles noch ca. 2-3 Minuten einwirken lassen und anschließend gründlich ausgespült. Nach dem Duschen ging es weiter mit dem Styling. Ich habe meine Haare noch einmal gekämmt und den Leave-In mit der Raking Methode aufgetragen. Raking bedeutet im Englischen „kämmen“. Bei der Methode kämme ich mit meinen Fingern das Produkt in die Längen. Da ich meine Lockenbündel etwas definierter haben wollte, bin ich noch einmal grob mit der Denman Brush durchgegangen. Anschließend habe ich meine Haare lufttrocknen lassen.

Ergebnis: Ich hatte eine schöne Definition, sie waren weich und mit ausreichend Feuchtigkeit versorgt. Allerdings ist mir am ersten Tag schon aufgefallen, dass sie sich ganz leicht schmierig angefühlt haben. Das war aber nach ein paar Stunden wieder verschwunden.

Auffrischen – Sprühflasche, GYADA Gel

Zum Auffrischen nehme ich immer Wasser aus meiner Sprühflasche und Gel oder Leave-In. Heute habe ich das Gel probiert und eine haselnussgroße Portion mit der Praying Hands Methode in meine Locken gestrichen. Bei dieser Methode wird das Produkt auf die Handflächen gegeben, die Haare liegen dazwischen und werden, wie beim Beten, mit aufeinanderliegenden Handflächen eingestrichen. Für ein definierteres Ergebnis teile ich meine Haare manchmal in Partien ein. Darauf habe ich aber an diesem Refresh-Tag verzichtet. Meinen Pony habe ich nass gemacht, eine kleine Menge Gel aufgetragen und einmal mit der Denman Bruch durchgekämmt. Damit mir mein nasser Pony nicht zwei Stunden vor den Augen hängt, habe ich ihn mit dem Diffusor geföhnt.

Ergebnis: Es entstand ein leichter Cast und ich war super zufrieden mit der Definition. Vor allem mein ausgehangener Pony hat sich schnell wieder erholt und gelockt.

Waschtag – GYADA Co-Wash Peeling, Conditioner & Gel

Am nächsten Waschtag habe ich das Co-Wash Peeling ausprobiert. Mit Co-Wash konnte ich mich bisher noch nie anfreunden, da ich meine Kopfhaut lieber mit einem Öl pflege und das quietischige Gefühl nach dem Waschen mit Shampoo brauche. Ich hatte anfangs die Befürchtung, dass es zu reichhaltig sein könnte, hat aber super funktioniert.

Ich habe meine Haare komplett nass gemacht und das Peeling wieder mit der Massagebürste 3-4 Minuten einmassiert. Gerade die Peelingpartikel hatten einen angenehmen Effekt auf der Kopfhaut. Das Ausspülen hat dementsprechend länger gedauert als mit einem klassischen Shampoo. Ich war wohl auch nicht gründlich genug, denn ich fand Stunden später noch ein paar kleine Partikel am Haaransatz. Zum Entwirren habe ich wieder den Conditioner verwendet und ihn nach 3-4 Minuten ausgespült. Beim Styling bin ich dieses Mal auf das Gel umgestiegen und bin mit meiner Routine fortgefahren. Als Produkt zum Refresh hatte es mich ja schon überzeugt.

Ergebnis: Meine Locken fühlten sich super weich und genährt an. Der Cast vom Gel war noch etwas stärker als beim Refresh da meine Haare beim Auftragen noch komplett nass waren und das Gel so besser wirken konnte. Mein Pony, der sich schnell vom Moisture Overload erholte und kurzzeitig toll aussah, hing sich leider schnell wieder aus.

Ausgehangener Pony

Auffrischen – 100% nass, GYADA Leave-In & Gel

Zwischen den Waschtagen, wenn ich die Definition durch ständiges Hochbinden komplett verloren habe, mache ich öfter meine Haare unter der Dusche komplett nass und benutze anschließend nur 1-2 Stylingprodukte. Nach dem Duschen habe ich meine Locken in vier Parteien aufgeteilt, eine kleine Menge Leave-In in die Haare gegeben und einzeln mit den Fingern entwirrt. Zum Schluss kam wieder das Gel zum Einsatz.

Ergebnis: Ich hatte wieder schön definierte und genährte Locken. Abgesehen vom Pony.

Waschtag – GYADA Shampoo, Conditioner, Tiefenreinigung, Gel

Der Waschtag lief leider nicht so wie erwartet und ich hatte kurz Angst meine Haare ruiniert zu haben. Ich wusch sie wieder mit dem Shampoo, merkte aber schon beim Ausspülen, dass die Haare sich fettig anfühlten. Ich habe das erst einmal ignoriert und den Conditioner in die Längen eingearbeitet und entwirrt. Beim Auswaschen merkte ich, dass ich einen schmierigen Film auf der Kopfhaut und unter den Fingernägeln hatte. Im ersten Moment konnte ich mir das gar nicht erklären. Um den Schaden abzumildern, habe ich dann direkt mein Tiefenreinigungsshampoo rausgeholt und meine Haare noch einmal damit gewaschen. Es wurde auch etwas besser, war aber noch lange nicht verschwunden. Da ich an dem Tag nicht das Haus verlassen musste, habe ich anschließend nur noch etwas Gel in die Haare gegeben und sie dann mit dem Diffusor geföhnt. Ich hatte das Gefühl, dass ich auf Conditioner oder auch auf den cremigen Leave-In an dem Tag verzichten sollte.

Mir ist das ein paar Wochen später noch einmal passiert und ich gehe davon aus, dass meine Locken und meine Kopfhaut vielleicht so gut genährt sind, dass sie das Shampoo bzw. bestimmte Inhaltsstoffe nicht mehr aufnehmen konnten. Mit den festen Shampoos, die ich die letzten Monate verwendet habe und die hauptsächlich aus Shea Butter bestehen, gab es bisher nämlich nie Probleme.

Waschtag – OMAKA festes Shampoo, GYADA Leave-In & Gel

Das feste Shampoo von OMAKA benutze ich schon seit zwei Jahren und bin nach dem missglückten Waschtag wieder darauf umgestiegen. Nach dem Waschen kam wieder der Leave-In und das Gel von GYADA zum Einsatz mit den gewohnten Stylingmethoden.

Ergebnis: Für mich die beste Kombination. Das feste Shampoo reinigt meiner Meinung nach optimal, auch wenn es wenig schäumt. Der Leave-In und das Gel geben meinen Locken Definition und Glanz.

Mein Fazit zu den GYADA Produkten

Ich war echt überrascht, dass eine Produktreihe, die eher für feine, strapazierte Locken geeignet ist, auch für mich funktionieren kann. Die Produkte waren, im Vergleich zu den super reichhaltigen Produkten für Afro Haare, die ich glaubte, verwenden zu müssen, sehr leicht und mit wenig Proteinen aber dafür sehr effektiv. Abgesehen vom Shampoo benutze ich auch alle Produkte noch regelmäßig und bin super zufrieden. Sie sind leicht dosierbar in Tuben oder Pumpspendern abgefüllt. Außerdem haben sie einen sehr angenehmen, frischen und natürlichen Duft.

Meine Erfahrungen mit Rulls

Die zweite Marke, die ich testen durfte, war Rulls von der Lockenbar.

Produkte Rulls

Wer ist Rulls?

Rulls ist eine spanische Marke, die von Lockenköpfen für Lockenköpfe entwickelt wurde. Die Marke legt ebenfalls Wert auf natürliche, vegane Inhaltsstoffe und steht für einen respektvollen Umgang mit dem eignen Körper und der Natur.

Ich habe mir von Rulls drei Produkte ausgesucht:

  • Rulls Shampoo Bar
  • Rulls Moisturizer Cream
  • Rulls Styling Curl Gel

Für diese Produkte habe ich mich entschieden, da sie ebenfalls nur wenig Proteine enthalten und der Hauptbestandteile Aloe Vera ist. Er hat meinen Locken in Maßen immer gutgetan.

Waschtag – Rulls Shampoo Bar, Leave-In & Gel

Am ersten Waschtag mit Rulls habe ich meine bisherige Routine fortgesetzt – Shampoo einmassieren mit der Massagebürste, ausspülen, Leave-In in die Längen und entwirrt, Gel aufgetragen mit der Raking Methode. Leider aber mit wenig Erfolg. Ich wusste, dass die Produkte viel Wasser benötigen, da Aloe Vera ein Hauptbestandteil ist, aber ich dachte, die Haare werden schon nass genug sein, wenn ich gerade aus der Dusche komme. Waren sie nicht. Also musste noch ein zweiter Versuch her.

Ergebnis: Das Shampoo hat super gut gereinigt und tatsächlich noch besser geschäumt, als ich es von meinem bisherigen festen Shampoo gewohnt war. Meine Haare waren anschließend auch schön weich, allerdings auch sehr frizzy.

Waschtag – Rulls Shampoo Bar, Leave-In & Gel

Beim nächsten Waschen habe ich es mit der Feuchtigkeit sehr genau genommen. Nachdem ich den Shampoo Bar benutzt hatte und alles ausgespült war, habe ich mir meine Haare in Partien eingeteilt, die einzelnen Partien noch einmal mit Wasser aus der Sprühflasche besprüht bis sie wirklich tropfnass waren und dann den Leave-In aufgetragen. Anschließend direkt das Gel und mit der Denman Brush definiert. Zum Schluss wurden meine Locken noch zu 50% geföhnt damit ich keine Sauerei in der Wohnung veranstalte, wenn ich mich bewege.  Die feuchten Haare habe ich dann lufttrocknen lassen.

Ergebnis: Ich war wirklich sehr zufrieden. Die Kopfhaut fühlt sich gut gereinigt an und meine Locken hatten Definition und einen leichten Cast vom Gel, den ich gut auskneten konnte.

Allerdings hat sich mein Pony auch mit diesen Produkten nicht regeneriert. Ich habe daher beschlossen, erst einmal gar keine Produkte mehr für meinen Pony zu verwenden. Die Partie ist mit die gesündeste da sie bisher am wenigsten der Umwelt ausgesetzt wurde und braucht keine aufwändige Behandlung. Seitdem kämme ich sie nur noch einmal mit der Denman Brush und föhne anschließend. Das funktioniert seit ein paar Wochen wunderbar.

Auffrischen – Sprühflasche, Rulls Gel

Auch beim Refresh habe ich meine Locken wieder in Partien eingeteilt, damit auch alle genug Wasser und Gel abbekommen. Pro Partie habe ich etwa eine erbengroße Menge Gel verwendet und es mit der Praying Hands Methode eingestrichen.

Ergebnis: Die Locken sind direkt wieder definierter und fühlen sich gesund und genährt an.

Mein Fazit mit den Rulls Produkten

Es ist erst einmal eine kleine Umstellung auf den Conditioner zu verzichten und direkt mit dem Leave-In zu entwirren. Auch, dass um einiges mehr Wasser benötigt wird, allerdings lohnt es sich wirklich. Die Produkte duften leicht nach Zitrone und sind ebenfalls in praktischen Pumpspendern abgefüllt. Während mir bei GYADA die Anwendung von allen Produkten zu reichhaltig ist, kann ich die Serie von Rulls ohne Probleme zusammen anwenden. Die Moisturizer Curl Cream enthält keine Proteine, dafür aber der Shampoo Bar und das Gel. Aloe Vera sorgt zusätzlich für ausreichend Feuchtigkeit und Shea Butter schließt sie ein.

Gesamtfazit

Die schlaffen, frizzy Locken haben ihre Sprungkraft wieder zurück und fühlen sich gesund an. Die intensive Beobachtung in den letzten Monaten hat mir gezeigt, dass auch meine Afro Locken nicht unendlich in Feuchtigkeitsprodukten getränkt werden dürfen.

Da es langsam wieder kälter und die Luft trockener wird, steigt auch der Feuchtigkeitsbedarf wieder an. Je nachdem wie es meinen Locken im Winter geht, werde ich vielleicht wieder ab und zu eine Feuchtigkeitsmaske verwenden, allerdings genauer darauf achten, dass es nicht zu schnell überhandnimmt.

Beide Marken nutze ich weiterhin in den unterschiedlichsten Konstellationen und kann sie für gering poröse, dicke Haare absolut empfehlen. Oft waren sie schon ein, zwei Tage nach dem Waschen wieder strohig und ausgetrocknet. Mittlerweile fühlen sie sich auch noch an Tag fünf genährt an.

Hinweis: die Produkte wurden mir von Ecco Verde und der Lockenbar kostenlos zur Verfügung gestellt.

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